Synology DS213+: Raid 1 oder SHR

Wenn man die Synology DS213+ zum ersten mal einrichtet, dann fragt einen der Assistent wie man mit den verbauten Festplatten umgehen möchte. Zur Auswahl stehen dann unter anderem die Konfiguration ohne ein RAID (also bei mir 2*3TB = 6TB Speicher) oder die Konfiguration eines RAID (0 oder 1, 2*3TB = 6TB am Stück, oder 2*3TB = 3 TB mit Auswahlsicherheit).

Ich habe mich für die RAID 1 Variante entschieden. Wenn man die Konfiguration abgeschlossen hat, formatiert die Maschine im Hintergrund das Dateisystem entsprechend und legt den RAID Verband an. Was mir dabei aufgefallen ist: Es gibt ein RAID 1 wie man es kennt und es gibt ein SHR RAID 1. Bei SHR handelt es sich um das Synology Hybrid Raid. Dieses ist empfohlen für normale Benutzer, die Wert auf größtmögliche Flexibilität  und Einfachheit legen. Also eigentlich ist die Wahl nicht schlecht. Schließlich ermöglicht sie es unproblematisch unterschiedlich große Festplatten optimal zu nutzen. Allerdings habe ich mit meinen 2*3TB schon fast die höchste Ausbaustufe von 2*4TB erreicht. Dabei dachte ich mir dann, das ich vermutlich eh nicht mehr die Festplatten bei dem Gerät tauschen werde und eher ein neues NAS aufbauen würde.

Also war der Wunsch nach dem klassischen RAID 1 da. Dabei sollte es sich dann um ein über das Linux Tool eingerichtetes md device handeln, das man mit mdadm entsprechend kontrollieren kann. Doch um diese Information erst mal zu finden musste ich über eine Stunde im synology-forum.de suchen und mir verschiedene Meinungen durchlesen. Dort wird meistens das SHR RAID empfohlen, während in einer Abstimmung ein Großteil der Nutzer das klassische RAID 1 benutzen. Dies muss also einen Sinn haben, dachte ich mir. Auf zur Grundlagenforschung:

Nun, die älteren Versionen der DiskStation Software (so nennt sich das Betriebssystem der Geräte von Synology) konnten wohl nur das klassische RAID verwenden. Und da ein Großteil der Nutzer Synology Geräte entsprechend lang benutzt denke ich mir mal, das die meisten ihre Festplatten einfach migriert haben und daher RAID 1 nutzen.

Für SHR spricht halt die große Flexibilität, die sich allerdings erst bei Geräten mit mehr als 2 Schächten bemerkbar macht.

Mich plagte aber noch eine andere Frage: Was passiert, wenn die DS mal abraucht und ich nicht mehr an meine Daten komme? Die Festplatten sind mit ext4 formatiert… Aber wie bekomme ich das RAID gemountet am PC? Der entsprechende Wiki Eintrag behandelt nur Software, die Zugriff auf ext4 unter Windows ermöglicht oder von älteren Versionen spricht.. Zugriffe auf das RAID selber werden nicht erklärt. Und allein bin ich mit der Frage auch nicht.

Also suchte ich weiter und fand in diesem Thread immerhin ein paar Antworten. Demnach ist das SHR wohl der von Linux benutzte LVM (Logical Volume Manager). Würde ich also mal versuchen die Festplatte am PC so zu mounten, so hätte ich zusätzlich zum RAID Problem noch das LVM Problem am Hals.

Daher habe ich mich entschlossen, lieber das „native“ RAID 1 zu verwenden. Hier sollte man dann im Notfall von einer Linux Live CD booten können und hätte dann die Möglichkeit das md Device zu erstellen, auch wenn nur noch eine Platte vorhanden ist. Von diesem Device könnte man dann die ext4 Partition mounten. Idealerweise wäre das dann:

Danach könnte man dann mit der Beschreibung aus dem Wiki zu Datenrettungstools fortfahren, bzw. man liest weiter im Ubuntu Wiki.

Neues Projekt: Synology DS213+

Heute habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt: Ich habe mir ein Synology DS213+ NAS System zugelegt. Dazu habe ich dann gleich noch 2* 3TB Festplatten von Western Digital verbaut (WD30EFRZ, speziell für NAS Systeme ausgelegt). Das Teil soll zentral Dokumente verwalten, Sichern und verschiedene Medien bereitstellen. Auslöser für den Kauf war die ständig steigende Bilderflut durch meine Digitalkameras und der Wunsch alles etwas besser abgesichert zu wissen.

Das Gerät steht momentan bei mir auf dem Schreibtisch und überprüft die Integrität der Festplatten. Man will ja schließlich Hardwarefehler von vornherein so gut es geht vermeiden. Ansonsten gibt es zur Einrichtung des Geräts erst einmal nicht viel zu erzählen. Man packt das Gerät aus, schraubt die beiden Festplatten in schwingungsgelagerte Plastikrahmen und startet dann das System. Wenn das Gerät einmal gepiepst hat (was nach etwa 2 Minuten der Fall war) kann man mit der Konfiguration fortfahren.

Das System selber konfiguriert man über den Browser. Dabei sieht die Oberfläche im Browser beinahe so aus wie Mac OS X! Man fühlt sich also direkt wohl. Allerdings muss man erst einmal die Webseite aufrufen. Dies geschieht über den Aufruf von http://find.synology.com. Dort läuft dann ein Scan im lokalen Netzwerk nach dem NAS System ab. Wie das genau funktioniert frage ich mich noch immer. Leider gibt der offizielle Blog Post von Synology da auch keine Auskunft drüber. Wie dem auch sei, es funktioniert und leitet einen dann auf die entsprechende IP und Port des Geräts im lokalen Netzwerk hin um.

Ein eigentliches Review des Geräts möchte ich an dieser Stelle nicht machen. Das haben schon genügend andere Leute vor mir gemacht. Statt dessen will ich etwas über die Erfahrungen während der Konfiguration dieser Maschine erzählen. Gleichzeitig dient es mir dabei natürlich auch als Gedächtnisstütze, sollte ich mal wieder etwas vergessen haben 😉 Den Anfang macht dabei gleich ein kurzer Post über eine ziemlich elementare Frage: Synology DS213+ – RAID 1 oder SHR?