Deus Ex 3: Human Revolution Xbox360 Mini-Review

Nachdem ich durch das Nerdcore Blog schon längere Zeit auf Deus Ex hingefiebert habe, konnte ich vor gut einer Woche das Spiel endlich für die Xbox360 kaufen. Ich habe mittlerweile die Zeit gefunden, das Spiel zu spielen und kann nun ein Fazit ziehen:

Die Story
Ich habe die beiden anderen Deus Ex Teile nicht gespielt, aber das soll wohl auch keine all zu große Rolle spielen, da es sich bei Human Revolution um ein Prequel handelt. Also ein Teil, der vor der Handlung der bereits bekannten Teile stattfindet.
Es ist das Jahr 2027 und die Menschheit tauscht ihre Körperteile durch Augmentierungen an. Augmentierte Arme, Bein, Augen, alles wird erweitert oder durch künstliche Körperteile ersetzt. Das gefällt natürlich nicht allen Menschen, so dass es zu immer größer werdenden Spannungen zwischen Augmentierungsgegnern und Firmen bzw. Regierungen kommt, die Augmentierungen beführworten.
Man spielt Adam Jensen, den Sicherheitschef einer dieser Firmen, die Augmentierungen herstellen. Das Labor, in dem er und seine Freundin arbeiten, wird angegriffen und Jensen schwer verletzt. 6 Monate später ist er aber wieder auf den Beinen, Dank vieler Augmentierungen. Nun macht sich Jensen auf die Suche nach den Angreifern und gerät immer tiefer in eine Verschwörung.

Die Augmentierungen
Ich bin ja ein großer Fan von Ghost in the Shell. Dort wurden Menschen auch schon durch Cyborg Implantate erweitert. Ähnlich ist es auch in Deus Ex. Man kann stärkere Beine freischalten, die größere Sprünge erlauben. Oder stärkere Arme, die den Rückstoß von Waffen verhindern oder schwere Gegenstände verschieben lassen. Hinzu kommen noch einige coole Augmentierungen wie ein Tarnfeld, erweitere Hacking Fähigkeiten oder bessere Reflexe. Je nach persönlicher Vorliebe kann man sich hier also austoben und entsprechend leveln. Allerdings sind manche Augmentierungen weniger sinnvoll, da man sie nur ab und zu an speziellen Stellen einsetzen kann. Entscheidungen sollten hier also weise getroffen werden, da man die Punkte nicht erneut vergeben kann.

Schleichen, Hacken oder Angreifen
Das sind die drei Möglichkeiten im Spiel, mit denen man das Spiel bezwingen kann. Man kann die Gegner frontal angreifen, allerdings erhält man dafür am wenigsten Erfahrung und stellenweise sind die Gegner wirklich übermächtig. Ein etwas hinterhältigeres Vorgehen ist da angebracht und wird vom Spiel auch mehr belohnt als der stumpfe Kampf. Man kann z.B. Sicherheitsterminals hacken und so Geschütze und Wachroboter gegen die eigenen Truppen verwenden. Sehr praktisch und definitiv empfehlenswert. Letztlich gibt es noch die Schleichoption, bei der man möglichst unbemerkt an den Gegnern vorbeikommen soll. Dabei helfen einem die unzähligen Luftschächte, Schleichmodifikationen oder aber auch besagte Tarnvorrichtung.

Die Steuerung
Ich habe die Xbox360 Version gespielt. Das ging mit dem Gamepad schon ganz gut. Das Spiel lebt enorm davon, dass man häufig schleicht und in Deckung geht. Jedoch führt gerade dieses System häufig zu Problemen an denen es mal brenzlig wird und man schnell die Übersicht verliert. Ich habe mir bei Gamestar.de die Videos der PC Version angesehen und bin froh, auf einer Konsole zu spielen. Die Anpassung für den PC erschien mir doch ziemlich nervig.

Die Grafik
Normalerweise nutze ich die Xbox360 auch als DVD Spieler an einem 80cm Röhren TV. Dabei ist das Bild aufgrund der niedrigen Auflösung allerdings so matschig, dass ich die vielen Texte im Spiel nicht lesen konnte! Moderne Spiele sind einfach nicht mehr für die alten TVs angepasst. Alle sollen sich ja einen modernen TFT oder Plasma Bildschirm in die Wohnung stellen… Zum Glück hatte ich aber noch ein VGA Kabel, so konnte ich an meinem 20″ Computer TFT spielen. Ohne den TFT hätte ich sicherlich weniger Spaß gehabt, da mir einfach zu viel Nebeninformationen durchs lesen fehlen.
Die Animationen der Gesichter sind hölzern bzw. plastik. Die Gesichter sind ebenfalls oft geklont und tauchen auf den Körpern von Feinden und Freunden auf und wiederholen sich oft. Hier hätte man sich wirklich bessere Animationen wünschen können.
Das Leveldesign ist beschränkt und die Texturen sind größtenteils düster braun/dunkel gehalten. Dies passt zum Stil des Spiels und wer Blade Runner gesehen hat, der wird mir da auch zustimmen. Allerdings wird man irgendwann wahnsinnig und wünscht sich doch wieder etwas mehr Abwechslung

Die Musik bzw. Sprache
Da ich das Spiel in Deutschland gekauft hatte, habe ich auch nur die Deutsche Version ab 18 Jahren erhalten. Allerdings spiele ich sonst immer alle Spiele auf Englisch, da mir die Originalsynchronisation besser gefällt. Demnach ist die Systemsprache der Xbox360 Englisch, die Uhrzeit aber Deutsch. Dieses Spiel hält sich allerdings nicht daran, es ist komplett Deutsch (aber unzensiert). Das fiel mir dann aber auch erst auf, als ich mir die DVD Hülle erneut angeguckt habe: Dort stand es fett gedruckt, dass es sich um die deutsche Ausgabe handelt. Also Pech gehabt, ich musste die deutsche Version spielen. Jedoch ist die Stimmenwahl sehr gut gelungen. Im Endeffekt gefällt mir die deutsche Stimme besser, als die englische. Allerdings ist die Lippensynchronisationen in dem Spiel eine reine Katastrophe. Ich habe mir irgendwann abgewöhnt darauf zu achten und habe mich dann eher auf das Lesen der einstellbaren Untertitel geachtet.
Die Musik an sich ist fantastisch. Der Soundtrack erinnert mich an diverse Filme oder Serien, allerdings kann ich es nicht genau einordnen. Bei Wikipedia habe ich gelesen, dass viele sich an Vangelis Blade Runner Soundtrack erinnert fühlten.

Die Ladezeiten
Die Ladezeiten waren stellenweise grauenhaft. Ich spiele auf einer Xbox360 Slim, also schon die neueste Variante und trotzdem dauerte das Laden zwischen den Leveln oder auch bei den Spielständen bis zu einer Minute. Ich habe auch des öfteren Stellen erlebt, wo im Spiel selber die Texturen noch nicht nachgeladen waren und ich auf den Levelhintergrund gestarrt habe, aber trotzdem nicht weiter laufen konnte. Ich bin also von einer unsichtbaren Wand aufgehalten worden. Das ist nicht sehr erfreulich 🙁

Der Schwierigkeitsgrad
Ich habe das Spiel auf normal durchgespielt. Jedoch bin ich an einigen Stellen extrem frustriert gewesen. Direkt der erste Endgegner (ein Muskelbepackter und waffenstarrender Augmentier Söldner) hat mich mindestens eine halbe Stunde Zeit gekostet. Immer wieder sterben, laden, warten und von vorne anfangen. So einen ähnlichen Effekt hatte ich nachher noch mehrmals bei einem weiteren Endgegner und auch schon mal zwischendurch. Wirklich sehr frustrierend. Wenn ich da mal bedenke, wie einfach der letzte Endgegner war, fühlt man sich ein wenig veralbert.

Das Fazit
Ich bin zufrieden mit dem Spiel. Zwar bleiben für mich einige Fragen gegen Ende hin unbeantwortet, jedoch ist das Spiel im Großen und Ganzen sein Geld wert. Die Spielzeit betrug geschätzte 20 Stunden und hatte mich gut unterhalten. Die Story sollte meiner Meinung nach verfilmt werden oder erweitert werden. Es ist ja bereits ein DLC (Download Content) für Oktober angekündigt. Ich hoffe, dieser wird kostenlos sein. Auf der Xbox muss man ja leider öfters für so etwas zahlen, während hingegen PC Spieler das geschenkt bekommen. Was ich allerdings schade finde: viele der Handlungen im Spiel können zwar beeinflusst werden, jedoch spielen diese kaum eine Rolle im Ende. Davon hat man mehrere zur Auswahl und ich rate jedem, vorher einen Spielstand zu speichern und wirklich mal alle Enden durchzuprobieren.

Wer jetzt Lust auf das Spiel bekommen hat, kann sich jetzt ja mal den Trailer anschauen oder mir eine Freude machen und Deus Ex: Human Revolutionüber Amazon das Spiel kaufen. Ich experimentiere ja noch immer mit Amazon sponsored Links ein wenig herum.