iPhone 3GS – ein Erfahrungsbericht

Seit Dienstag bin ich endlich ein iPhone 3GS 16GB Schwarz Nutzer und bin über meine Entscheidung das Gerät zu kaufen richtig froh.

Gekauft wurde das Teil beim 3gstore in der Bochumer Innenstadt, es handelt sich um ein italienisches Gerät das direkt unlocked war. Die erste in Betriebnahme war etwas kompliziert: Erst wollte es nicht richtig booten, weil zuwenig Akkuladung vorhanden war. Anschließend hatte ich kurze Probleme beim eintippen der SIM Pin, aber das waren alles Probleme im Zusammenhang mit dem niedrigen Ladestand (und über USB wurde das Gerät scheinbar nicht ausreichend mit Strom versorgt).

Nachdem die diese erste Hürde genommen war, habe ich mich um die Übertragung der Programmdaten von meinem iPod touch gekümmert. Hier zeigte sich wieder einmal: Wer selber am System rumschraubt und Konsolenbefehle nutzt, der ist erst einmal auf sich gestellt, doch dazu gleich mehr.

Eigentlich ist so ein Updatevorgang bzw. Gerätewechsel relativ einfach erledigt: iTunes macht normalerweise automatisch Backups des Gerät und erlaubt die Wiederherstellung über iTunes mit diesem Backup. Jedoch wurden bei mir (wie bei anderen Leuten auch) keine Backups erstellt. Ich habe Apples Supportdokumente und jede Menge Foreneintrage zu dem Problem gelesen, aber kein Hinweis brachte mich weiter.

Die Lösung war letzten Endes aber einfach. Ich erinnerte mich, dass ich irgendwann mal einem Tipp gefolgt bin und hatte das automatische Backup mit einem Konsolenbefehl deaktiviert. Dennoch dachte ich erst einmal, das Neuinstallieren von iTunes Besserung bringen würde aber da tat sich nichts. Erst als ich wieder weiter gesucht hatte, bin ich auf ein Windows Tool gestoßen das genau meine Problematik anspricht.

Problem dabei war: defaults gibt es auch unter Mac OS, aber anstatt True oder False zu verwenden, muss man Yes oder No verwenden. Da soll man mal drauf kommen… Wieso sich da iTunes wieder soviel anders verhält verstehe nicht. Normalerweise kann man jedenfalls immer mit True und False arbeiten. Aber ausgerechnet iTunes verhält sich da anders:

Mir hat dann defaults write com.apple.itunes DeviceBackupsDisabled -bool NO geholfen und nach einem iTunes Neustart konnte ich ein Backup des iPods erstellen und auf das iPhone überspielen.

Fast alles wurde übernommen, einige Systempasswörter jedoch nicht. An anderer Stelle wurden sie doch mitgesichert. Die Inkostinz in diesem Verhalten kann ich mir nur durch die Programmierung von Apps und OS Programmen erklären. Für die Sicherheit des Systems und des Backups finde ich dieses Vorgehen trotzdem gut. Mal angenommen, das Backup des Geräts würde geklaut und auf ein anderes Gerät aufgespielt. Man hätte ohne die extra Passwortabfragen direkten Zugriff auf diverse eingerichtete Accounts.

Nachdem ich dann alles eingerichtet hatte, ging es an die Interneteinstellungen auf dem Handy mit O2. Hier kann man die O2 Hotline kostenlos (Hallo Eplus, kostenpflichtige Hotline geht mal gar nicht…) anrufen und nach Einstellungen extra zum iPhone fragen. Der Support hatte bereits entsprechende Dokumente für die Konfiguration (sogar inkl. Tethering!) auf Lager und hat mir diese direkt zugemailt. Ich finde, das ist schon ein super Service. Es gab außerdem den Hinweis darauf, dass man trotz bestehenden Datentarif jeglichen Internetverkehr sperren lassen kann, wenn man z.B. ins Ausland fährt. So kann man garantieren, dass das iPhone sich nicht doch irgendwie ins Netz einklinkt und dann horrende Kosten verursacht. Wenn man in Deutschland ist, kann man dann auch wieder die Internetdienste aktivieren lassen. Sehr komfortabel finde ich.

Die Performance des Geräts ist sehr gut, ich merke deutliche Geschwindigkeitsunterschiede zu meinem iPod. Das die Hardware einiges mehr drauf hat, sieht man auch an der Keynote vom Donnerstag: das 3GS bekommt neben den iPad Multitasking im iPhone OS 4.0 verpasst, während das 3G leer ausgeht (OK, es geht vielleicht doch irgendwie, aber man muss ja dann jailbreaken um die Datei zu editieren).

Der eingebaute Kompass ist irgendwie noch sinnlos (mangels entsprechender Programme dafür), funktioniert aber erstaunlich gut und flink. Das GPS Modul funktioniert, jedoch relativ ungenau. Eine Testfahrt zeigte doch noch deutliche Unterschiede zur eigentlichen absolvierten Strecke. Aber ich denke mal, das geht für ein nicht auf Navigation ausgelegtes Gerät schon in Ordnung.

Über entsprechende Hinweise zu ordentlicher Navigationssoftware bin ich dankbar. Skobbler hat seit dem Wechsel auf OpenStreetMap wohl stark an Qualität nachgelassen, während Branchen Riesen wie Navigon oder TomTom ihre Software mit 99€ bezahlt sehen wollen (meiner Meinung nach ziemlich hoch, da kauf ich mir doch schon fast nen eigenes Gerät nur zum Navigieren für…)

Ich bin bisher jedenfalls sehr zufrieden mit dem Gerät und würde es auch wieder kaufen. Nur das in seiner Gesamtheit zu sehr abgeschlossene Apple Ökosystem nervt etwas an dem Gerät. Wie man es auch dreht, egal ob Android, iPhone OS oder Windows Mobile, irgendwo haben alle doch irgendwie ihre Vor- und Nachteile.