Windows 7 Installationsterror mit der Studenten Version

Man glaubt es ja eigentlich nicht, aber gut, man lernt auch nie aus…

Ich habe für eine Freundin ein neues Notebook bestellt. Da Asus dieses Notebook nicht in sein Windows 7 Upgrade Programm aufgenommen hat, muss man sich Windows 7 erst mal anderswo legal besorgen.

Wie gerufen kam diese Meldung auf mydealz.de. Studenten können Windows 7 als Upgrade für 35 Euro kaufen, mit Kreditkarte bezahlen und gleich (als Image?) herunterladen.

Gesagt getan. Angemeldet und gekauft. Man bekommt noch die Frage, ob man denn für 13 Euro die DVD dazu kaufen möchte, die kommt dann in ca. 2 Wochen per Post. Da das Notebook aber schnell fertig sein sollte und das brennen einer Iso Datei ja nicht so kompliziert ist, hab ich das verneint und habe dann Windows 7 64 Bit Home Premium gekauft.

Jetzt bekommt man den CD Key per Mail zugeschickt und kann eine Exe Datei herunterladen, die anschließend das Image von dem Microsoft Server zieht.

Gerade eben kam dann die Ernüchterung: Das Tool zieht 3 Dateien herunter. Zwei Datendateien und eine weiter Exe. Nach erfolgreichem Download kann man nun sagen „Ausführen“ und der Downloader entpackt die gerade heruntergeladenen Dateien.

Doch was ist das? Es öffnet sich ein Screen, den man auch vom einlegen der DVD kennt. Man könne jetzt Windows 7 installieren. Aber moment mal, ich wollte doch nur eine bootfähige Iso Datei haben, die ich brennen kann?! Statt dessen hat der Installer jetzt diese Datendateien geladen und entpackt. Ich habe also quasi die Dateistruktur der DVD, nicht aber das bootfähige ISO Image.

Naja, gut. Wird wohl nicht so schlimm sein, schließlich gibt es ja von Microsoft ein Tool (genannt Windows 7 USB/DVD Download Tool), mit dem man einen USB Stick bootfähig machen kann und damit das gerade im Online Shop heruntergeladene Windows installieren kann.

Doch schon wieder falle ich auf das Angebot rein: Dieses Tool kann nur Iso Dateien verarbeiten. Entweder auf DVD brennen oder auf den USB Stick kopieren, aber nicht meinen Ordner mit der Datenstruktur verarbeiten.

Nervig. Also google ich etwas nach dem Dateinamen des Entpackers und werde sehr schnell fündig. Ernüchterung stellt sich direkt beim ersten Treffer ein:

Das Windows 7 aus diesem Online Shop kann nicht auf DVD gebrannt werden, da es sich um ein Upgrade handelt. Ein Upgrade setzt ein installiertes Windows XP oder Windows Vista voraus. Das ist natürlich vollkommen inakzeptabel für die meisten Nutzer, da man sich damit Windows total versauen kann durch existierende Reste des Vorgängers. Microsoft bietet da wohl sogar eine Geld zurück Garantie für an…

Nun ja, was habe ich jetzt noch für alternativen? Die Seite listet ein paar Möglichkeiten auf. Ich werde es jetzt mit der 90 Tage Enterprise Testversion machen. Die kann man sich legal zum Testen herunterladen. Alle anderen dort beschriebenen Möglichkeiten gefallen mir überhaupt nicht.

Das heruntergeladene Enterprise Iso entpackt man und löscht die Datei ei.cfg aus dem Sources Ordner. In ihr stehen folgende Informationen:

[EditionID]
Enterprise
[Channel]
Eval
[VL]
0

Durch das Löschen wird Windows 7 dazu gezwungen, bei der Installation eine Auswahl zu geben, welche Windows Version installiert werden soll. Man ist dann nicht mehr nur auf die Enterprise Variante angewiesen!

Anschließend brennt man dieses veränderte Iso auf die DVD bzw. packt sie auf den Stick mit dem Tool von Microsoft. Jetzt sollte man ganz normal Windows 7 installieren können und die Windows 7 Home Premium Version auswählen können. Mit dem gekauften Key sollte es dann ein leichtes sein, diese Version zu aktivieren.

Eine Einschränkung hat natürlich auch wieder das erstellen des USB Sticks: Handelt es sich wie in meinem Fall um eine 64 Bit Windows 7 Version, so muss man auch ein 64 Bit Windows benutzen, um den Stick mit Software zu füllen. Ansonsten wird nur ein 32 Bit Bootsektor geschrieben. Ist bekloppt, ist aber wohl so 🙁

Folglich sind Leute gut beraten, entweder eine DVD zu brennen (egal unter welchem OS und Bit Stufe) oder aber einen 64 Bit Rechner in der Nähe zu haben, um den Stick zu erstellen (ich werds wohl auf meinem MBP mit Win 7 Business 64bit mal versuchen).

Man lernt leider nie aus… man sollte wohl doch immer die DVD mal ordern….

Update: Ich habe jetzt mit dieser Anleitung es geschafft, eine Iso Datei zu erstellen, die man tatsächlich auf den Stick schieben kann:

Wichtig: Da ich zu meinem Notebook keine DVD erhalten habe, mit welcher Windows Vista notfalls erneut installiert werden kann, habe ich Windows 7 nicht installiert. Jedoch lässt sich meine DVD zumindest booten und scheint auch funktionstüchtig zu sein.

Anleitung:

1. DLMWin7HP64DE.exe (oder vergleichbare .exe-Datei) herunterladen, jedoch nicht ausführen.

2. DLMWin7HP64DE.exe » Eigenschaften » Reiter Kompabilität » Checkbox Programm als ein Administrator ausführen

3. DLMWin7HP64DE.exe » Als Administrator ausführen und warten, bis alle Dateien heruntergeladen worden sind

4. Win7-HP-Retail-de-de-x64.exe (oder vergleichbare .exe-Datei) » Als Administrator ausführen

5. Trotz fehlerhaftem Entpacken der Dateien (siehe o.g. Fehlermeldung) fortfahren

6. Oscdimg herunterladen, die .zip-Datei entpacken und deren Inhalt nach C:/Windows/System32 kopieren

7. Den durch 4. erstellten Ordner expandedSetup nach C:/ kopieren

8. Start » cmd » Als Administrator ausführen

9. Eingabe: Oscdimg.exe -u2 -b“C:\expandedSetup\boot\etfsboot.com“ -h „C:\expandedSetup“ C:\7.iso

10. Windows 7 USB/DVD Download Tool herunterladen und installieren

11. Windows 7 USB/DVD Download Tool ausführen, den Anweisungen folgen und unter Schritt 3 die auf C: liegende 7.iso-Datei einbinden

Sollte diese Methode bei jemandem Erfolg haben, insbesondere auf Hinsicht auf die Funktion der Product Keys, würde ich mich freuen, wenn er dies hier preisbigt.

Allerdings musste ich, mangels als Administrator ausgeführten Commandprompt, den Endpfad für das iso verstellen auf ein vom User beschreibbares Verzeichniss.

Die Englische Windows Hilfe im Forum nervt hier mit Meldungen über das Umbuchen von 64 zu 32 Bit Bestellungen. Finde ich wenig informativ. Danke MS…

wooohoo, wenn man den Support fragt, kann man wohl auch 64 Bit Isos bekommen. Mal gucken, vielleicht probiere ich das auch nochmal aus.